Sabio Doumbia gewinnt MLP-Cup 2018

Dr. h. c. Manfred Lautenschläger überreicht die Siegprämie
Dr. h. c. Manfred Lautenschläger überreicht die Siegprämie

Fast drei Stunden für zwei Sätze sind Beleg für die Klasse des Finalspiels.

 

7:6, 7:5 hieß es am Ende eines Matches, das über beinahe drei Stunden erstklassigen Tennissport ins Racket Center brachte. Eine solch enorme Zeitspanne für nur zwei Sätze spricht Bände: die beiden Tennisästheten schenkten sich nichts. Knappe Entscheidungen und ein Quäntchen mehr Glück – vielleicht auch Biss – entschieden die Partie für Sabio Doumbia.

 

Wieviel dem sympathischen Franzosen dieser Sieg bedeutete, konnten über 400 Zuschauer hören, als nach erfolgreichem Matchball ein Schrei durch die Halle ging. Der ausgelassene Jubel galt einem Sieg, den niemand auf der Rechnung hatte – allenfalls der frischgekürte „internationale Herrentennismeister der Metropolregion Rhein-Neckar“ selbst. In souveräner Weise warf er in den Runden zuvor einen Gegner nach dem anderen aus dem Rennen. Lediglich gegen den an Nummer 2 gesetzten Argentinier Pedro Cachin (Nr. 269 ATP) musste er im Viertelfinale den ersten Satz abgeben, um dann mit zwei glatten Sätzen ins Halbfinale einzuziehen. Dort dominierter er mit Schnelligkeit, Schlagkraft und Eleganz klar gegen Robin Kern. Vor allem seine Returns entschärften den deutschen Aufschlagriesen. Nicht auszuschließen ist es, dass Robin Kern als Bundesligaspieler des TK Grün-Weiß Mannheim im Sommer eine Revanche bekommt. Weil der Franzose mit Wurzeln im afrikanischen Mali in der kommenden Saison für den TC Weinheim 04 aufschlagen wird, ist zumindest ein Aufeinandertreffen beider Bundesligateams im Lokalderby gesichert.

 

Eine Revanche könnte sich auch für den Finalisten Christopher Heyman bieten. Der 24-jährige Tennisprofi wird in der kommenden Saison für den Bundesligisten ETUF Essen aufschlagen. Und das mit Vehemenz. Viele hatten den aufschlagstarken Linkshänder auf der Rechnung, nachdem er in einem grandiosen Halbfinale den Deutschen Bundesligaspieler des TC Rot-Weiß Köln Jan Choinski im dritten Satz Tiebreak niederringen konnte. Der 20-jährige Gesamtsieger der German Masters Series 2017 gilt als deutsche Tennishoffnung und hatte den Finaleinzug knapp vor Augen, bevor er in dem Belgier seinen Meister fand.

 

So aber standen sich im diesjährigen Finale zwei Spieler gegenüber, die mit einer einhändig geschlagenen Rückhand äußerst elegant und variantenreich agierten. Zwar mussten beide zunächst ihre anfängliche Nervosität überwinden, die vielleicht auch an der eindrucksvollen Kulisse und der Inszenierung des Finaleinlaufs lag. Dann aber begeisterten krachende Ballwechsel und mutige Netzangriffe das Publikum, spektakuläre Punktgewinne sorgten für Applausstürme und mehrmalige Breaks für die Spannung. Das Einzelfinale des MLP Cup 2018 ließ nichts vermissen, was ein Tennismatch ausmacht – allenfalls ein dritter Satz, wobei dieser dann wohl eine Rekordspielzeit mit sich gebracht hätte. So aber erlebte das Racket Center eines der attraktivsten Finalbegegnungen der 15-jährigen Turniergeschichte – und eine Siegerehrung, die dem Verlauf der Turnierwoche und den Finalisten würdig war. Die Abschlusszeremonie des MLP Cup 2018 im Racket Center begleiteten Dr. h.c. Manfred und Angelika Lautenschläger als Gastgeber, Dr. Uwe-Schroeder-Wildberg (Vorstandsvorsitzender der MLP SE, Wiesloch), Vertreter der Hauptsponsoren Hotel Villa Toskana Leimen und Mercedes Benz Niederlassung Heidelberg-Mannheim-Landau, Tennislegende Laci Legenstein, Heidrun Pointner in Vertretung des DTB und der Präsident des Badischen Tennisverbands, Stefan Bitenc.

 

Bereits tags zuvor konnte Turnierdirektor Dr. Matthias Zimmermann den Siegerscheck und die begehrten Bleikristallpokale aus dem Glasdorf Weinfurtner, Bayerischer Wald, an Kevin Krawietz und Ruan Roelofse überreichen. Die Deutsch-Südafrikanischen Paarung setzte sich im Doppelfinale gegen Daniel Masur und Pedro Cachin durch. Der amtierende Deutsche Hallentennismeister und der Argentinier blieben in dem einseitigen Finale chancenlos, konnten nur vereinzelt die teils spektakulären Ballwechsel für sich entscheiden und unterlagen klar in zwei Sätzen.