Julian Reister schnappt sich den MLP-Cup 2009

21-jährige Deutsche Nachwuchshoffnung erkämpft sich ohne Satzverlust den Titel des „Internationalen Herrentennismeisters der Metropolregion Rhein-Neckar“

 

Nach Andreas Beck (MLP-Cup 2006 – derzeit um die Position 100 der ATP-Weltrangliste) ist der 21-Jährige Julien Reister erst der zweite Deutsche, der in den 6 Jahren des Turniers den Titel erringen konnte. Man darf hoffen, in Zukunft mehr vom aktuellen „Internationalen Herrentennismeister der Metropolregion Rhein-Neckar“ zu hören, denn: dass sich der junge Hanseat bis ins Finale vorspielt, haben wir gemeinsam mit den fast 2.000 Zuschauern aufgrund seines sympathischen Auftretens gewünscht. Seine kompakte, variantenreiche und elegante Spielweise hat in vielen Matches für Begeisterung gesorgt. Nicht nur Grundlinienduelle kennzeichnen seine Matches – überraschende Serve-and-Volley Angriffe und klassische, mit Rückhand-Slice aus der Rallye heraus geführte Netzattacken machen sein Spiel attraktiv. Damit ließ er dem Badener Frank Wintermantel, dem Schweizer Patrick Eichenberger, dem Briten James Ward und dem Ukrainer Ion Marchenko ebenso wenig Chancen wie seinem Finalgegner Jonathan Marray.

Der 28-jährige Brite, der sich bereits im neunten Jahr seiner Profi-Karriere befindet, verfügt natürlich über weit mehr Erfahrung als Reister. Außerdem konnte er in der ersten Runde bereits seinen an Position 1 gesetzten Landsmann Joshua Goodall (Nr. 204 ATP) in drei hart umkämpften Sätzen bezwingen und avancierte so zum Turnierfavoriten. Insgesamt aber war sein Weg ins Finale ungleich aufwendiger. Nach seinem Erstrundensieg musste er gegen den Kroaten Ivan Vukovic wieder über drei Sätze gehen, gewann danach im Viertelfinale in zwei engen Tie-breaks gegen den Russen Mikhail Ledovskikh (im vergangenen Jahr noch auf Position 151 ATP geführt) bevor er das Halbfinale gegen den Belgier Rubens Bemelsmans (ATP 263) wieder über die Maximaldistanz bewältigen musste.

So konnte er schließlich trotz seines effektiven Serve-and-Volleyspiels den druckvollen Schlägen des jungen Deutschen nichts entgegen setzen. Zwischenzeitlich musste man befürchten, dass dies das kürzeste MLP-Cup Finale seiner Geschichte wird. 6:2 und 4:1 lag Reister bereits in Führung, schließlich schlug er beim Spielstand von 5:4 zum Matchgewinn auf. Als Marray das Break gelang, wurde das Match noch mal spannend und musste im Tie-Break entschieden werden. „Die acht verlorenen Finalspiele in meiner bisherigen Karriere zogen vor meinem geistigen Auge vorüber“, sagte Reister, der über seinen ersten Finalsieg bei einem Weltranglistenturnier überglücklich war und sich bei seinem „Freund und Helfer“ Ralph Grambow genauso herzlich bedankte wie beim Veranstalter und den ITF-Turnierleitern.

Als Turnierdirektor darf ich sagen: der MLP-Cup hat einen würdigen „Internationalen Herrentennismeister der Metropolregion Rhein-Neckar“ – gemeinsam mit den Zuschauern, die während der MLP-Cup Woche Gast im Racket Center waren, wünschen wir ihm auf diesem Wege weiterhin viel Erfolg in seiner Tenniskarriere…

Ihr Dr. Matthias Zimmermann

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