Marathon-Finale beim MLP-Cup 2010
Die siebte Auflage des MLP-Cup hatte es in sich: nie zuvor verlief das Finalwochenende so spannend wie in 2010. Mit dem knappsten aller erdenklichen Ergebnisse sicherte sich Niels Desein gegen den zwei Jahre jüngeren Niederländer Thomas Schoorel den Sieg: 7:6, 6:7 und 7:6 hieß es nach zweieinhalb Stunden – dabei wurden im finalen Tiebreak die Seiten sogar zweimal gewechselt. Mit einem äußerst knappen 8:6 holte sich der 22-jährige Belgier den Siegerpokal aus edlem Bleikristall, der ihm in einer würdigen Abschlusszeremonie vom Vorstandsvorsitzenden der MLP AG, Herrn Dr. Uwe Schroeder-Wildberg, überreicht wurde. Der Scheck über 1.950€ aus den Händen von Angelika Lautenschläger und 25 ATP Weltranglistenpunkte, die Niels Desein unter die ersten 200 der Weltrangliste befördern, bereiteten dem Sieger sichtlich Freude: „Ich hatte in den vergangenen beiden Turnieren einen schlechten Start und schied in der ersten Runde aus. Ich wollte hier so weit kommen wie nur möglich. Der Turniersieg ist natürlich phantastisch für mich. Zum ersten Mal unter den besten 200 der ATP-Weltrangliste zu stehen, ist ein gutes Gefühl“.
Und das, nachdem Desein schon im Halbfinale gegen Florin Mergea in den Dritten Satz musste. Der Junioren Wimbledonsieger von 2003 und MLP-Cup Gewinner aus dem Jahre 2007 setzte beim Spielstand von 5:5 im entscheidenden Tiebreak einen Rückhand longline Passierschlag an die Netzkante, der Ball sprang hoch und Desein direkt auf den Schläger zum Matchball. Dem entscheidenden Aufschlag konnte der Rumäne dann nichts mehr entgegen setzen – mit 7:5 im Tiebreak zog Desein am späten Samstagabend ins Finale ein.
Zuvor zog der Überraschungsspieler des Turniers über 300 Zuschauer in seinen Bann: Aus der Qualifikation ins Hauptfeld eingezogen kämpfte sich der 19 Jahre alte Deutsche Jan-Lennart Struff bis ins Halbfinale, verlor dort den ersten Satz mit 7:6, nachdem er bereits ein Break vorne lag. Im zweiten Satz bewies er seine Nervenstärke und entschied den zweiten Tiebreak für sich. Erst im Dritten Satz musste er seinen vielen langen Matches seit Beginn der Qualifikation Tribut zollen und kassierte ein Break. Dem aufschlagstarken Niederländer Thomas Schoorel konnte er schlussendlich nichts mehr entgegensetzen und musste ihm – wie sollte es anders sein – nach einem krachenden Ass den Vortritt ins Finale lassen. Dennoch: für Jan-Lennart Struff könnte der MLP-Cup der Startschuss für eine lange und erfolgreiche Tenniskarriere sein. Ob´s schon eine Art „Durchbruch“ war, werden die nächsten Monate zeigen…
Alles in allem lässt sich festhalten: der MLP-Cup 2010 kürt einen neuen, würdigen „Tennismeister der Metropoolregion Rhein-Neckar“: Niels Desein, der mit 8(!!) gespielten Tie-Breaks einen neuen Turnierrekord aufgestellt hat!
Im vorausgehenden Doppelfinale sahen über 300 Zuschauer einen alten Bekannten. Bereits von der ersten Stunde des MLP-Cup an ist der sympathische Deutsche Sebastian Rieschick Gast des Nusslocher Weltranglistenturniers. An der Seite seines Partners Emrich zog er mit klaren Zweisatzerfolgen ins Finale ein. Obwohl sich das tschechische Duo schwerer Tat und im Viertelfinale über drei Sätze gehen musste, konnten die Deutschen trotz eines großen Kampfes im zweiten Satz die Partie nicht mehr drehen. Mit 6:3 und 7:6(5) gewannen Roman Jebavy und Daniel Lustig die Doppelkonkurrenz – durchaus verdient, so die einhellige Meinung der Zuschauer und Turnier-Verantwortlichen.
Folgendes zu: „PROMI – Mario Ancic“
Ein Wort zu Mario Ancic: als die Meldung laut wurde, dass die ehemalige Nr. 7 der ATP Weltrangliste nach Nußloch kommt, nahm man dies zunächst nicht so ernst. Erst nach und nach wurde glaubhaft: Ancic spielt den MLP-Cup. Umso größer war die Freude der Organisatoren, als Mario Ancic mit seinem Bruder am Sonntag vor Beginn des Hauptfeldes im Spielerhotel Felderbock in Nußloch ankam. Nach langer und schwerer Krankheit startet Mario Ancic einen erneuten Anlauf in die Weltspitze – über ein Turnier der Future-Kategorie. Dabei präsentierte sich der Davis Cup Sieger und Wimbledon-Halbfinalist als überaus höflicher und fairer Sportsmann, hochprofessionell im Auftreten, verbindlich und alles andere als abgehoben. Nicht nur für die Kinder und Jugendlichen, die ihn beim MLP-Cup live beobachten durften, war Ancic ein gutes Vorbild für professionelles auftreten auf und neben dem Platz. Dass er aufgrund eines viralen Infekts in der zweiten Runde aufgeben musste, stieß auf großes Bedauern – und Verständnis zugleich. Nach ärztlichem Ratschlag hätte er eigentlich gar nicht spielen sollen. Er tat es dennoch – und entschuldigte sich anschließend dafür, dass er krank ist und aufgeben musste. Welch ein Sportsmann – der MLP-Cup und seine Organisatoren können stolz sein, solch einen Spieler im Turnier gehabt zu haben…
Der MLP-Cup geht 2011 in eine neue Runde – gehen Sie mit…!
In diesem Sinne: bis bald und bis dahin alles Gute,wünscht Ihnen
Ihr Dr. Matthias Zimmermann
- Turnierdirektor -



